Hinterwälder Rasse-Portrait:  


Hinterwälder sind die ursprünglich kleinste Rinderrasse Deutschlands und Mitteleuropas mit 117 - 130 cm Widerristhöhe bei den Kühen. Bullen und Ochsen sind bis 145 cm groß. Sie gehören zu den vom aussterben bedrohten Haustierrassen. Ihr Bestand ist stark gefährdet. Die Population umfasst ca. 3000 Tiere. Davon sind nur ca. 800 im Herdbuch.   

 

 

Hinterwälder stammen ursprünglich aus dem Bergregionen vom Schwarzwald. Hinterwälder sind durch ihre kleine Größe bei viel Masse und guter Milchleistung sehr wirtschaftlich. Sie sind langlebig. Über 40 % sind älter als  9 Jahre, 15-18 jährige Tiere mit guter Gesundheit sind keine Seltenheit.  

 

 

Diese alte Kuhrasse sollte dauerhaft erhalten bleiben. Es gibt nur noch wenig landwirtschaftliche Betriebe mit Hinterwälder Vieh. Außerhalb vom Schwarzwald gibt fast keine Milchviehbetriebe mehr die Hinterwälder haben, auch im Schwarzwald ist Milchvieh Haltung rückläufig und die Hinterwälder finden sich vorwiegend in der Mutterkuh Haltung. Hinterwälder haben einen gut proportionierten Körperbau bei einem Gewicht von 400-500 kg. Bullen & Ochsen können bis 1000 kg wiegen. Hinterwälder haben einen hübschen ausdrucksvollen Kopf mit schönen Hörnern.

 

 

Hinterwälder haben harte Klauen und sind sehr trittsicher, so das sie auch an steilen Hanglagen gut zurecht kommen. Hinterwälder eignen sich durch ihre Robustheit auch gut als Landschaftspfleger in Naturschutzgebieten. Hinterwälder sind genügsam und anpassungsfähig und zur ganzjährigen Freilandhaltung geeignet, sollten aber im Winter einen Unterstand haben. Einige Züchter halten sie aber auch ganzjährig draußen.  

 

 

Hinterwälder haben ein freundliches ausgeglichenes Temperament, besonders die Ochsen. Hinterwälder eignen sich auch gut für Pferdebetriebe, da sie die Geilstellen auf der Pferdeweide abfressen.  

 

 

Während früher fast 80 % aller Hinterwälder Gelb-Schecken waren sind die "hellen" Tiere heute nur noch sehr selten. Heutzutage dominieren 2 Farblinien: Rot-Schecken und einfarbig rote Tiere. Eins haben aber allegemeinsam: Kopf und Beine sind stets weiß, max. Umrandungen der Augen sind am weißen Kopf zulässig. Die Ohren sind immer farblich. Anteilig farbige Beine sind zulässig.  

 

 

Seid dem 18. Jahrhundert werden Hinterwälder fast in Reinzucht erhalten. Hinterwälder stammen vermutlich direkt vom Keltenrind ab. Während Hinterwälder früher als Arbeitskühe im Gespann und vor dem Pflug eingesetztwurden, liegt ihre heutige Nutzung vorrangig in der Mutterkuhhaltung. Vereinzelt trifft man sie auch noch  in Milchviehbetrieben an. Ihre Jahresmilchleistung liegt bei 3500 kg bei 4,5 % Fettanteil und 3,8 % Eiweiß.

 

 

Hinterwälder sind leichtkalbig und bringen in der Regel ihre Kälber allein ohne menschliche Hilfe zur Welt. Hinterwälder Kühe sind sehr fürsorgliche Mütter. Sie kümmern sich gut um ihre Kälber und würden sie bei Gefahr auch verteidigen, was ideal ist wenn die Kälber auf der Weide zur Welt kommen. Hinterwälder haben eine Tragzeit von 9 bis 9 1/2 Monaten.  

 

 

Ab einem Alter von 19 Monaten kann man eine Hinterwälder Färse besamen oder bedecken lassen. Hinterwälder lassen sich gut besamen, so das die Haltung eines eigenen Deckbullen nicht unbedingt erforderlich ist. In NRW ist Bullensamen z.B. über die RUW direkt aus Baden-Württemberg zu beziehen oder aus der Schweiz über Swiss genetics & Semeex. Mehr Infos hier zu siehe auf unserer Seite "Hinterwälderbullen". Hinterwälder Kälber haben ein geringes Geburtsgewicht und sind schnellwüchsig und entwickeln früh einen guten Muskel- und Fleischansatz. Das trifft gleichermaßen auf Bullen- wie Kuhkälber zu.  

 

Foto: Alexandra Kann

 

Hinterwälder sind immer für einen Spaß zu haben und sind auch neugierig und kontaktfreudig.  

 

Alexandra Kann & Peggy-Sue (Foto: Bild der Frau)